
Vor dem Ölwechsel fahren wir das Motorrad warm (nicht heiß).
Den Garagenboden schützt man mit einem großen Tuch, das in der Lage ist, ein
paar Spritzer aufzufangen. Hier kann ein Ölaufsaugtuch gute
Dienste leisten - der Garagenvermieter wird es einem danken.
Je nach Motorrad wird erst einmal die Ablassschraube von lästigen
Plastikverkleidungen freigelegt.
Um nicht immer Mutters Schüsseln mopsen zu müssen, sollte man sich lieber
eine Ölauffangwanne gönnen.
Damit das Öl unten aus dem Motor herauslaufen kann, muss oben genug Luft hinein
können - daher jetzt die Öleinfüllschraube herausdrehen.
Den Motor warm fahren (nicht heiß). Garagenboden schützen
und Einfüllschraube ausdrehen.
Nun die Ölablassschraube mit einem Sechskant-Ringschlüssel lösen und
langsam herausdrehen. Damit einem das vielleicht doch noch sehr warme Öl nicht
über die Hände läuft, kann man die letzten Schraubenumdrehungen mit einem
Lappen tätigen. Für unsere Raucher ist jetzt Zeit, eine durchzuziehen (aber
nicht in der Garage), alle anderen lesen sich schon mal die nächsten Schritte
durch.
Ölablassschraube lösen und letzte Umdrehungen mit einem
Lappen tätigen.
Ölfilter mit Gehäuse
Zu einem kompletten Ölwechsel gehört auch der Austausch des Ölfilters. Es
gibt zwei verschiedene Arten von Filtern.
Die eine Art sieht aus wie eine Blechdose und bringt ihr Gehäuse schon mit.
Die anderen Filter sehen aus wie ein zusammengerolltes Mini-Akkordeon und
bestehen aus Filterpapier. Diese Patronenfilter müssen in ein motorseitiges Gehäuse
eingebaut werden.
Das Abschrauben des Dosenfilters wird mit einem Ölfilterschlüssel erleichtert. An dem neuen Dosenfilter befindet sich ein Dichtring,
der vor dem Einbau dünn mit Öl bestrichen wird.
Dieser Ölfilter wird mit der Hand festgeschraubt und, wenn der Hersteller es
verlangt, mit einem Drehmomentschlüssel nachgezogen.
Ölfilter
mit Gehäuse: Mittels Ölfilterschlüssel den Filter lösen und dann mit der
Hand rausdrehen.
Die
Dichtung des Ölfilters mit Öl einstreichen und auf ordentlichen Sitz der
Dichtung achten.
Ölfilter
mit der Hand festziehen und, wenn es der Hersteller verlangt, mit einem
Drehmomentschlüssel nachziehen.
Ölfilter
ohne Gehäuse
Die Patronenfilter befinden sich in einem Gehäuse, das mit einer
Zentralschraube gehalten wird. In fast allen Fällen befindet sich das Gehäuse
an der Stirnseite des Motors.
Nachdem die Zentralschraube entnommen wurde, kann das Gehäuse bzw. dessen
Deckel abgenommen werden.
Der alte Filter wird entnommen und das Gehäuse gereinigt. Je nach Hersteller
befinden sich an Gehäuse und Zentralschraube Dichtungen und Dichtringe, die
alle erneuert werden müssen.
Nachdem das Gehäuse nun wieder befestigt und die Zentralschraube mit einem
Drehmomentschlüssel angezogen wurde, werden Ölflecken vom Motor mit Reiniger
entfernt.
Das Reinigen sollte ernst genommen werden, weil sich sonst bei heißem Motor übel
riechende Gase entwickeln und äußerst hartnäckige Flecken entstehen können.
Ölfilter ohne Gehäuse: Deckel mit neuer Dichtung versehen.
Wenn
die Ablassschraube einen neuen Dichtring bekommen hat und laut Herstellerangaben
angezogen wurde, können wir das frische Öl einfüllen.
Die richtige Menge und Viskosität kann man seinem Handbuch entnehmen.
Auch der Dichtring der Einfüllschraube sollte möglichst immer erneuert werden.
Die abschließende Ölstandskontrolle wird mittels Peilstab (an der Einfüllschraube)
oder durch ein Schauglas am Motor durchgeführt.
Ablassschraube
mit neuem Dichtring einbauen und mit einem Drehmomentschlüssel festziehen.
Richtige Ölmenge einfüllen und Einfüllschraube mit neuem Dichtring versehen.
Nach kurzer Fahrt nochmals Ölstand kontrollieren.
Und
nun sind alle begeistert. Muttern hat noch ihre Salatschüssel, der
Garagenvermieter noch seine gute Laune, unser Motor ist von innen wieder
"vergoldet" und die Geldbörse besteht nicht nur noch aus
Zwiebelleder.
Wenn die Garage jetzt wieder aufgeräumt und das Öl fachgerecht entsorgt wurde,
kann es wieder auf die Piste gehen.
Um ganz sicher zu gehen, kontrolliert man nach kurzer Fahrt nochmals den Ölstand
- insbesondere bei der Motoren mit Ölfiltern, die in ein Extra-Gehäuse
eingebaut werden.